Reisende erleben Mietwagenpreise seit einigen Jahren als stark schwankenden Kostenfaktor. Besonders in Ferienzeiten, an Wochenenden oder in beliebten Urlaubsländern steigen die Tagespreise spürbar an. In nordeuropäischen Destinationen wie Island liegen sie im Sommer regelmäßig im dreistelligen Bereich. Auch in Südeuropa oder auf Inseln können Mietwagen das Reisebudget empfindlich belasten. Genau hier setzt ein Travelhack an, der lange als Insiderwissen galt: Überführungsfahrten für Mietwagen zum Preis von 1 €.
Bei diesem Modell übernehmen Reisende die Aufgabe, ein Fahrzeug von einer Station zur nächsten zu bringen. Die Anbieter sparen Personalkosten und erhalten ihre Fahrzeuge dort, wo sie wieder benötigt werden. Für Reisende entsteht im Gegenzug eine nahezu kostenlose Mobilitätslösung. Dieser Hack eignet sich nicht für jede Reiseform, kann aber bei flexibler Planung erhebliche Einsparungen ermöglichen. Gerade für Roadtrips, One-Way-Reisen oder längere Strecken durch Europa eröffnet sich damit eine neue Art des Reisens.
Überführungsfahrten als Alternative zum klassischen Mietwagen
Überführungsfahrten entstehen aus einem strukturellen Problem der Mietwagenbranche. Fahrzeuge werden an einem Ort abgegeben, während sie an einem anderen dringend benötigt werden. Ohne Überführung entstehen Leerstände oder kostspielige Rücktransporte. Statt eigene Fahrer einzusetzen, vergeben manche Anbieter diese Strecken an Privatpersonen. Für Reisende bedeutet das, von A nach B zu kommen, ohne den üblichen Mietpreis zu zahlen.
Im Unterschied zu regulären Mietwagenbuchungen sind diese Fahrten zeitlich und räumlich begrenzt. Start- und Zielort stehen fest, ebenso das Zeitfenster. Dennoch bieten sie überraschend viel Freiheit. Meist sind mehrere hundert oder sogar tausend Kilometer inklusive. Tankkosten werden je nach Angebot ganz oder teilweise übernommen. Versicherungen sind eingeschlossen, die Selbstbeteiligung lässt sich oft reduzieren. Der geringe Preis erklärt sich also nicht durch fehlende Leistungen, sondern durch den Zweck der Fahrt.
„Überführungsfahrten sind kein Spartrick mit Haken, sondern ein logisches Modell der Fahrzeuglogistik. Wer flexibel ist, reist damit extrem günstig.“
Sandra, Reise-Redaktion
Für viele Reisende ist genau diese Flexibilität der entscheidende Punkt. Wer feste Flugzeiten, Hotels oder enge Zeitpläne hat, stößt schnell an Grenzen. Wer jedoch offen plant, kann Strecken nutzen, die sonst teuer wären. Besonders für junge Reisende, Paare oder Familien mit variabler Route entsteht ein echter Mehrwert.
Da einzelne Mietwagenfirmen diese Fahrten kaum selbst vermarkten, haben sich spezialisierte Plattformen etabliert. Sie bündeln verfügbare Strecken, stellen Apps und Suchmasken bereit und übernehmen die Abwicklung. Reisende sehen auf einen Blick, welche Fahrzeuge verfügbar sind, wohin sie fahren müssen und wie viel Zeit bleibt.
Zu den bekanntesten Anbietern zählt Movacar. Die Plattform arbeitet unter anderem mit Europcar zusammen und vermittelt Fahrten quer durch Europa. Angeboten werden Kleinwagen, SUVs und auch Campervans. Besonders attraktiv sind lange Strecken ins europäische Ausland, bei denen mehrere Tage Fahrzeit eingeräumt werden. Tankfüllung und Freikilometer sind häufig inklusive.
Ebenfalls etabliert ist Ugoki. Der Anbieter setzt stark auf App-Nutzung und spontane Buchungen. Viele Fahrten starten aus Urlaubsdestinationen zurück nach Deutschland. Für Reisende, die ohnehin einen Rückweg planen, kann das ideal sein. Fahrzeuge wie der Smart Forfour oder kompakte Limousinen stehen hier regelmäßig zur Verfügung.
Wichtig ist eine realistische Erwartungshaltung. Die Verfügbarkeit schwankt stark, und Wunschstrecken sind nicht planbar. Wer regelmäßig schaut und flexibel bleibt, erhöht jedoch die Chancen erheblich.

Überführungsfahrten ermöglichen günstige Roadtrips quer durch Europa
Bedingungen, Fristen und Kosten im Überblick
Überführungsfahrten folgen klaren Regeln, die vor der Buchung sorgfältig geprüft werden sollten. Die niedrigen Preise gehen mit festen Vorgaben einher, die einzuhalten sind. Dazu zählen Fristen, Kilometerbegrenzungen und Versicherungsdetails. Wer diese Punkte kennt, vermeidet Überraschungen unterwegs.
| Kriterium | Typische Regelung |
|---|---|
| Preis | 1 € bis ca. 10 € |
| Fahrzeit | 24, 48 oder 72 Stunden |
| Freikilometer | 300 bis über 2.000 km |
| Kraftstoff | oft inklusive oder erstattet |
| Kaution | erforderlich |
| Führerschein | meist mindestens 12 Monate |
| Versicherung | Haftpflicht inkl., Selbstbeteiligung optional reduzierbar |
Zusätzliche Kilometer werden fast immer berechnet. Der Preis pro Kilometer liegt häufig bei etwa 50 Cent. Auch Verspätungen können teuer werden, da sie den nächsten Einsatz des Fahrzeugs gefährden. Eine realistische Routenplanung ist daher unerlässlich. Gleichzeitig bieten die großzügigen Kilometerkontingente Spielraum für kleine Umwege oder Zwischenstopps.
„Wer Überführungsfahrten nutzt, sollte sie wie einen Auftrag verstehen. Hält man sich an die Regeln, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis unschlagbar.“
Sandra, Reise-Redaktion
Für wen sich der Travelhack besonders eignet
Nicht jede Reiseform profitiert gleichermaßen von diesem Modell. Überführungsfahrten spielen ihre Stärken vor allem bei flexiblen Reisenden aus. Wer Ort und Zeitpunkt nicht strikt festlegt, kann erheblich sparen. Auch spontane Entscheidungen werden belohnt, da viele Fahrten kurzfristig eingestellt werden.
Besonders geeignet sind Überführungsfahrten für:
- Roadtrips mit offenem Ziel oder flexiblem Endpunkt
- Reisen mit Rückweg aus dem Ausland
- Camperreisen außerhalb der Hochsaison
- Paare oder Familien mit variabler Zeitplanung
Weniger geeignet ist das Modell für Geschäftsreisen, Wochenendtrips mit fixem Termin oder Urlaube mit vorab gebuchten Unterkünften. Auch Alleinreisende ohne Fahrerfahrung sollten prüfen, ob lange Strecken in kurzer Zeit realistisch sind. Dennoch zeigt die Praxis, dass immer mehr Reisende diese Form der Mobilität bewusst in ihre Planung integrieren.
Häufige Fragen zu Mietwagen für 1 €
Ist ein Mietwagen für 1 € wirklich seriös?
Ja, sofern die Buchung über etablierte Plattformen erfolgt. Der Preis ergibt sich aus der Überführungslogik und nicht aus versteckten Kosten.
Welche Fahrzeuge werden angeboten?
Das Spektrum reicht von Kleinwagen über Mittelklassefahrzeuge bis hin zu Campervans. Die Auswahl hängt stark von Strecke und Saison ab.
Können mehrere Personen mitfahren?
In der Regel ja. Die Anzahl der zugelassenen Mitfahrenden richtet sich nach dem Fahrzeugtyp und den Versicherungsbedingungen.
Sind Überführungsfahrten europaweit möglich?
Ja, viele Fahrten führen grenzüberschreitend durch Europa. Besonders häufig sind Routen zwischen Deutschland, Spanien, Frankreich und Italien.
Was passiert bei Verspätung?
Verspätungen können Zusatzkosten verursachen. Die Fristen sollten daher realistisch eingehalten werden.








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