Singapur zählt zu den wichtigsten Langstreckenzielen im Streckennetz der Lufthansa und der gesamten Lufthansa Group. Für Miles-&-More-Mitglieder ist die Metropole in Südostasien besonders attraktiv, da sie regelmäßig mit Nonstop- oder One-Stop-Verbindungen aus Europa erreichbar ist. Seit der Einführung dynamischer Meilenpreise hat sich jedoch ein entscheidender Faktor verändert: Der benötigte Meilenpreis für einen Business-Class-Prämienflug hängt heute stark vom europäischen Abflugort ab. Damit rückt die strategische Wahl des Startflughafens stärker in den Fokus der Reiseplanung.
In diesem Beitrag analysieren wir ausschließlich das Ziel Singapur und beantworten eine zentrale Frage: Von welchem europäischen Flughafen aus lassen sich aktuell die günstigsten Lufthansa-Business-Class-Prämienflüge nach Singapur buchen? Grundlage ist eine systematische Auswertung von 40 europäischen Abflugorten im Januar 2026. Der Artikel richtet sich gezielt an Vielflieger:innen und Meilensammler:innen, die ihre Miles-&-More-Meilen möglichst effizient einsetzen möchten und bereit sind, für erhebliche Ersparnisse auch einen alternativen Abflugort in Kauf zu nehmen.
- Günstigster Abflug: Sofia mit ca. 38.000 Meilen
- Teuerster Abflug: Zürich mit über 93.000 Meilen
- Ersparnis: Bis zu 55.000 Meilen Unterschied möglich
- DACH-Flughäfen: Frankfurt & Co. klar über dem Durchschnitt
- Beste Strategie: Abflug aus Osteuropa oder Skandinavien spart am meisten
Lufthansa Business Class Prämienflüge nach Singapur im Überblick
Singapur wird von der Lufthansa Group ganzjährig bedient und gilt als klassisches Premium-Ziel. Neben Geschäftsreisenden nutzen auch viele Privatreisende die Möglichkeit, den hohen Komfort der Business Class im Rahmen eines Prämienfluges zu erleben. Die Verbindung erfolgt in der Regel über das Drehkreuz Frankfurt oder München, vereinzelt auch über Partner wie SWISS. Ziel ist stets der Singapore Changi Airport, der regelmäßig als einer der besten Flughäfen der Welt ausgezeichnet wird.
Mit der Umstellung auf dynamische Preise bei Miles & More gibt es jedoch keine feste Meilentabelle mehr für Lufthansa-Flüge. Stattdessen orientiert sich der Meilenpreis an Nachfrage, Buchungszeitraum, Saison und – besonders relevant – am Abflugort. Während früher ein Business-Class-Oneway nach Südostasien klar definiert war, können die erforderlichen Meilen heute um mehrere zehntausend Meilen schwanken. Diese neue Logik eröffnet Chancen, erfordert jedoch deutlich mehr Vergleichsarbeit.
„Seit der Einführung dynamischer Preise ist der Abflugort der wichtigste Hebel, um bei Miles-&-More-Prämienflügen signifikant Meilen zu sparen.“
Sandra, Redaktion Captainholiday
Vorgehensweise: So wurde der günstigste Abflugort ermittelt
Um belastbare und vergleichbare Ergebnisse zu erhalten, wurden die Meilenpreise für Lufthansa-Business-Class-Prämienflüge nach Singapur ab insgesamt 40 europäischen Abflugorten abgefragt. Berücksichtigt wurden große Drehkreuze in Deutschland, Österreich und der Schweiz ebenso wie zahlreiche Metropolen in Nord-, Süd- und Osteuropa. Maßgeblich war stets der günstigste verfügbare Business-Class-Preis im Business-Basic-Tarif (oneway).
Die Analyse konzentriert sich bewusst auf einen einheitlichen Zeitraum und eine vergleichbare Buchungssituation. Wo keine Lufthansa-Verbindungen verfügbar waren, flossen vereinzelt Flüge mit SWISS ein, sofern diese über Miles & More buchbar waren. Neben dem reinen Meilenpreis wurden auch die anfallenden Steuern und Gebühren dokumentiert, da diese bei der Gesamtbewertung ebenfalls eine Rolle spielen.
Ziel der Auswertung war es, drei Kernfragen eindeutig zu beantworten:
- Welcher Abflugort ist der günstigste für einen LH-Business-Prämienflug nach Singapur?
- Wo liegt das obere Ende der Preisskala?
- Wie groß ist die Ersparnis im Vergleich zu einem Abflug ab Frankfurt?
Ergebnisse: Die günstigsten Abflugorte für LH Business nach Singapur
Die Ergebnisse zeigen eine außergewöhnlich große Preisspanne. Der günstigste ermittelte Meilenpreis liegt bei rund 38.000 Meilen, während der teuerste Abflugort über 93.000 Meilen erfordert. Besonders auffällig ist, dass nicht die klassischen Drehkreuze profitieren, sondern vor allem osteuropäische und skandinavische Flughäfen.
Zentrale Erkenntnisse aus der Datenauswertung
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Günstigster Abflugort: Sofia mit 38.423 Meilen
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Teuerster Abflugort: Zürich mit 93.469 Meilen
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Preisunterschied: 55.046 Meilen zwischen günstigstem und teuerstem Startpunkt
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Durchschnittlicher Meilenpreis: 56.973 Meilen
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Frankfurt: 65.396 Meilen und damit klar über dem Durchschnitt
Gerade Sofia, Budapest, Göteborg und Stockholm fallen als deutliche Ausreißer nach unten auf. Demgegenüber stehen vor allem Zürich, Brüssel und Amsterdam mit besonders hohen Meilenpreisen. Die großen DACH-Drehkreuze schneiden insgesamt unterdurchschnittlich ab, obwohl sie operativ die besten Verbindungen bieten.
Tabelle: Günstigste Lufthansa Business Class Prämienflüge nach Singapur (oneway)
| Abflugort | Preis in Meilen | Zuzahlungen (EUR) | Ersparnis vs. FRA (Meilen) | Ersparnis vs. FRA (%) |
|---|---|---|---|---|
| Sofia | 38.423 | 323 | 26.973 | 41 % |
| Budapest | 38.857 | 315 | 26.539 | 41 % |
| Göteborg | 39.060 | 290 | 26.336 | 40 % |
| Stockholm | 39.060 | 290 | 26.336 | 40 % |
| Oslo | 44.668 | 321 | 20.728 | 32 % |
| Riga | 46.290 | 317 | 19.106 | 29 % |
| Tallinn | 46.290 | 317 | 19.106 | 29 % |
| Skopje | 47.353 | 316 | 18.043 | 28 % |
| Belgrad | 47.900 | 307 | 17.496 | 27 % |
| Bukarest | 48.325 | 300 | 17.071 | 26 % |
| Kopenhagen | 48.824 | 352 | 16.572 | 25 % |
| Paris | 49.662 | 353 | 15.734 | 24 % |
| Luxemburg | 50.573 | 288 | 14.823 | 23 % |
| Dublin | 53.793 | 298 | 11.603 | 18 % |
| Rom | 54.248 | 321 | 11.148 | 17 % |
| Mailand | 54.248 | 299 | 11.148 | 17 % |
| Krakau | 54.781 | 291 | 10.615 | 16 % |
| Warschau | 54.781 | 298 | 10.615 | 16 % |
| Helsinki | 55.161 | 308 | 10.235 | 16 % |
| Palma de Mallorca | 55.980 | 286 | 9.416 | 14 % |
| Barcelona | 55.980 | 295 | 9.416 | 14 % |
| Madrid | 55.980 | 296 | 9.416 | 14 % |
| Berlin | 56.830 | 381 | 8.566 | 13 % |
| Hamburg | 56.830 | 385 | 8.566 | 13 % |
| Lissabon | 58.016 | 311 | 7.380 | 11 % |
| Manchester | 58.040 | 532 | 7.356 | 11 % |
| Salzburg | 59.503 | 353 | 5.893 | 9 % |
| Wien | 59.503 | 337 | 5.893 | 9 % |
| London | 62.071 | 507 | 3.325 | 5 % |
| Istanbul | 64.257 | 319 | 1.139 | 2 % |
| Athen | 64.606 | 311 | 790 | 1 % |
| Stuttgart | 65.396 | 399 | 0 | 0 % |
| Düsseldorf | 65.396 | 394 | 0 | 0 % |
| Frankfurt | 65.396 | 403 | 0 | 0 % |
| München | 65.396 | 385 | 0 | 0 % |
| Prag | 69.827 | 306 | −4.431 | −7 % |
| Genf | 73.310 | 410 | −7.914 | −12 % |
| Amsterdam | 76.574 | 281 | −11.178 | −17 % |
| Brüssel | 84.260 | 344 | −18.864 | −29 % |
| Zürich | 93.469 | 394 | −28.073 | −43 % |
Einordnung: Warum sind manche Abflugorte so viel günstiger?
Die starken Unterschiede lassen sich nicht durch einen einzelnen Faktor erklären. Vielmehr greifen mehrere Mechanismen ineinander. Lufthansa steuert mit den dynamischen Preisen gezielt Nachfrage, Wettbewerbsdruck und regionale Zahlungsbereitschaft. Flughäfen mit starker Konkurrenz durch andere Airlines oder geringerer Premium-Nachfrage werden mit niedrigeren Meilenpreisen „angereizt“.
Hinzu kommt, dass Abflüge aus Osteuropa und Skandinavien häufig weniger Geschäftsreiseverkehr aufweisen als klassische Drehkreuze. Für Meilensammler:innen entsteht hier ein klarer Vorteil. Der zusätzliche Zubringerflug wird durch die massive Meilenersparnis in vielen Fällen mehr als kompensiert, insbesondere wenn günstige Cash-Tickets verfügbar sind.
„Ein separater Zubringer nach Osteuropa kann bei Langstrecken-Prämienflügen den Gegenwert eines zusätzlichen Business-Class-Fluges freisetzen.“
Sandra, Redaktion Captainholiday
Zubringer verfallen lassen – was ist zu beachten?
Immer wieder stellt sich die Frage, ob ein Zubringerflug einfach nicht angetreten werden kann. Bei Miles-&-More-Prämienflügen lautet die Antwort in der Praxis meist nein. Wird ein Segment nicht geflogen, verfällt in der Regel das gesamte Ticket. Besonders bei Oneway-Prämienflügen ist daher sorgfältige Planung erforderlich.
Wer einen günstigen Abflugort wählt, sollte den Zubringer entweder regulär antreten oder separat buchen und ausreichend Puffer einplanen. In vielen Fällen bietet sich ein kurzer Aufenthalt vor Ort an, der die Reise zusätzlich aufwertet und das Risiko minimiert.






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